Sanieren statt abreissen

Keltersiedlung in Zuffenhausen verteidigen

Die Mieterinitiative in Zuffenhausen kämpft seit Jahren um Instandhaltungsmaßnahmen in der Keltersiedlung.
Aufgrund des Drucks der Mieter wurden in den Häusern Langenburger Str. 45 bis 49 schließlich dringend notwendige Maßnahmen von der SWSG durchgeführt.
Am 8.3. hat die SWSG die Mieter der Keltersiedlung zu einer Informationsveranstaltung über "Nachverdichtung" eingeladen. Den Mietern wurde dabei mitgeteilt, dass in der Langenburger Str. 20 bis 41, in der Künzelsauer Str. 10 - 24, in der Stuppacher Str. 3 und 5 sowie in der Schöntaler Str. 7 bis 13 insgesamt 105 Wohnungen abgerissen und dafür 186 Neubauten errichtet werden sollen. Über die Höhe der Mieten für die Neubauten wurden keine Informationen gegeben. Wir gehen davon aus, dass die Mieten der frei finanzierten Wohnungen mindestens 11 Euro kalt kosten und die geförderten Wohnungen teuere sind als die jetzigen frei finanzierten. (weiterlesen)
Am 13.4. führte die Mieterinitiative mit einem Architekten und 15 betroffenen Mietern einen Ortstermin in der Keltersiedlung durch. Dabei stellte sich heraus, dass die Bausubstanz der Häuser noch gut ist. Die Außenfassaden sind sogar gedämmt. Mieter berichteten, dass die Stadt die Häuser Mitte der 80er Jahre noch saniert hätte und nach dem Verkauf an die SWSG habe es keine Instandhaltungsmaßnahmen mehr gegeben. Die Häuser wurden systematisch. Selbst abgefallene Fensterläden wurden von der SWSG nicht wieder anmontiert bzw. erst nachdem die Mieterinitiative Druck gemacht hat. Beim Ortstermin konnte festgestellt werden, dass in der Künzelsauer Str. 12 noch immer ein Fensterladen fehlt.
Die Mieterinitiative kämpft dafür die Keltersiedlung zu erhalten und hat dabei Unterstützung durch die Fraktion SÖS-LINKE-PLuS im Bezirksbeirat Zuffenhausen. Die Fraktion hat einen Antrag eingebracht. (link siehe Anhang)

Hier ein Bericht von Bezirksbeirätin Susanne Bödecker:

"Auf der Bezirksbeiratssitzung in Zuffenhausen am 19.April 2016 hat die
Fraktionsgemeinschaft SÖS-LINKE-PluS einen Antrag gestellt, in dem
die SWSG gebeten wird, in einer der nächsten BB-Sitzungen über ihr weiteres Vorhaben
in der Keltersiedlung in Zuffenhausen zu berichten.
Der Antrag wurde mit 13 Ja- und 2 Nein-Stimmen angenommen.

Vorausgegangen war die Tatsache, dass die SWSG die MieterInnen der Keltersiedlung
einlud, um sie über ein Verdichtungsvorhaben zu informieren.
Als Bezirksbeirätin, der die Keltersiedlung und vor allem die dort wohnenden Menschen am Herzen
liegt, bin ich Anfang März zu einem Informationstreffen für die MieterInnen gegangen, wurde aber,
bevor ich mich hinsetzen konnte, von einem SWSG-Menschen aus dem Saal geholt, es wurde mir mitgeteilt,
dass meine Anwesenheit nicht erwünscht sei.
Auf meine Frage, wann denn die SWSG in den Bezirksbeirat käme und über das Vorhaben berichten würde,
kam die ausweichende Antwort, dass sie schon noch informieren würden, aber nicht so schnell, denn da gäbe es
ja dann sowieso nichts mehr abzustimmen.

Daraufhin haben wir den Antrag gestellt, der bei der Sitzung am 22.03.2016 nicht behandelt wurde, da im Bezirksbeirat
urplötzlich die Regelung galt, dass Anträge 2 Wochen vorher eingereicht werden müssen.
In den 5 Minuten Einwohneranfragen zu Beginn der Sitzung am 19.04.2016 meldete sich eine Mieterin aus der
Keltersiedlung, trug sachlich ihre Besorgnis wegen der Abrissplanung vor und bat um Unterstützung.
Der Bezirksvorsteher Hanus sagte daraufhin, wir sollten die Sache doch bitte sachlich angehen (!!!), die SWSG sei
ein Privatunternehmen, da könne der BB gar nichts machen, zu gegebenen Zeit werden wir darüber informieren.
Als der Tagesordnungspunkt Anträge an die Reihe kam, meinte Herr Hanus, er sei im Gespräch mit SWSG und
Stadtplanungsamt und die SWSG könnte frühestens im Juni/Juli in den Bezirksbeirat kommen, da die
Planungen noch nicht abgeschlossen seien. Von daher müsste man über den Antrag gar nicht abstimmen.
Ich bestand darauf, dass der Antrag zur Abstimmung kommt. Meine Argumente, meine Erzählungen von der
Ortsbegehung mit der Architektin und ihre Aussage, es sei ein Skandal, diese Häuser abzureißen, riefen Unwillen
und Verärgerung bei ihm hervor, er wiederholte, der Bezirksbeirat sei hierfür nicht zuständig.
Ich habe daraufhin erwidert, dass es den Bezirksbeirat sehr wohl etwas angeht,
wenn den Zuffenhäuser BürgerInnen die Wohnungen genommen und durch neue ersetzt werden, die sie nicht mehr bezahlen
können. Hier muss der Bezirksbeirat gegenüber der SWSG und dem Gemeinderat zumindest ein Zeichen setzen, dass er damit
nicht einverstanden ist.


  • Wir bleiben dran!
  • Sanieren statt abreißen!
  • Bezahlbaren Wohnraum erhalten!

Susanne Bödecker
SÖS-LINKE-PluS
Bezirksbeirat Zuffenhausen"