Abriss von Altbauten, Fassadendämmung und Klimaschutz bei der SWSG

 

Es gibt viele kritische Berichte über das Dämmen von Häusern mit Styropor. Die Gesetzgebung wird allerdings von der Styropor- und Baulobby bestimmt, für die die ökologisch schädliche und im Brandfall lebensgefährliche Styroporverpackung ein Riesengeschäft ist. Und auch für die Immobilienunternehmen rechnet sich die Dämmung. Je höher die Kosten, desto höher die Mieterhöhung. Und nach wenigen Jahren hat sich die Dämmung über die erhöhte Miete amortisiert und die Miete bleibt bzw. steigt sogar weiter.

Die Wohnungsgesellschaften behaupten durch Fassadendämmungen würden die Mieter*innen Nebenkosten einsparen.

So heißt es z.B. in einer Modernisierungsankündigung der SWSG vom 29.11.2011 für die energetische Modernisierung in der Bottroper Straße:

„Die Kosten der Wärmelieferung können aufgrund der Fassadendämmung bei gleicher beheizbarer Wohnfläche und gleichen Verbrauchsgewohnheiten bis zu 45% reduziert werden.“

Tatsächlich sind die durchschnittlichen warmen Nebenkosten im Hochhaus Bottroper Str. 45   von 2,43 Euro im Jahr 2011 auf 2,60 Euro in 2013 gestiegen. Die Warmmiete hat sich durch die Modernisierung in 2013 um durchschnittlich 28,6% erhöht.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der SWSG, Thomas Fuhrmann, hat im Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen am 19.7. 2019 nun zugegeben, dass die Nebenkosten durch die energetische Sanierung bei der SWSG steigen. Die Frage ist dann allerdings, warum die SWSG nicht aufhört mit unsinnigen Maßnahmen wie der teueren Dämmung mit Styropor. Die Antwort kann nur sein: Weil die SWSG als profitorientiertes Unternehmen höhere Mieten durchsetzen will und sich nicht um  Ökologie und die Nebenkosten für die Mieter schert.

In einem Interview mit der Zeitschrift „Neue Energie“ im Juli 2019 hat sich Architekturprofessor Günter Pfeifer kritisch gegen das geplante Gebäudeenergiegesetz ausgesprochen und dabei auch den Abriss von Häusern und das Dämmen kritisiert.

Hier einige Auszüge.

„Die Gesetzgebung betrachtet den Energieverlust eines Hauses von innen nach außen. Deshalb dämmen wir und versuchen alles so dicht wie möglich zu machen. Teilweise geht es so weit, dass man gezwungen ist, künstlich Luft einzuführen. Auf diese Struktur ist die Gesetzgebung aufgebaut. Die Ansprüche wurden im Laufe der Jahre erhöht, die Dämmstärke immer dicker. Dabei haben wir sehr viel Energie aus der Sonne und auch in der Erde zur Verfügung. Wieso nutzen wir sie nicht? Dämmungen verhindern das Eindringen solarer Energie. .. Indem man zum Beispiel solare Gewinne mit einbaut, kann man Gebäude bauen, die mit wenig Technik auskommen. Und zum Lüften kann man auch die Fenster aufmachen, anstatt eine Belüftungsanlage einbauen Die Kosten dieser technischen Maßnahmen, nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der Wartung, sind zum Teil so hoch, dass sie durch Einspareffekte nicht wieder hereingeholt werden.“….

Abriss müsste ausgeschlossen sein

„Es gibt darüber hinaus noch ganz andere wichtige Themen. Dazu gehört die Entkarbonisierung der Baumethoden. Es wird zu viel in Beton gebaut. Dabei können wir auch mit Holz bauen, sogar Hochhäuser. Holzbau ist zwar etwas teurer als Beton. Er ist aber auch gesünder, recycelbar und kommt mit weniger Technik und weniger Dämmung aus. Betonbauten haben eine viel höhere C02-Bilanz als Holzbauten. Ebenso wird das Thema „graue Energie“ noch gar nicht angegangen: Wenn wir einrechnen, wie viel graue Energie in der Verwendung der Materialien – inklusive dem Transport bis hin zur Konstruktion – in einem bestehenden Gebäude steckt, müsste der Abriss eigentlich ausgeschlossen sein.“