SWSG: Erneut erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser

Zum zweiten Mal wurde uns von Mieter:innen der SWSG erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser mitgeteilt. Seit Anfang 2024 ist der SWSG bekannt, dass im Rotweg 140 – 152 die Bleiwerte im Trinkwasser überschritten sind. Ab Juni 2024 wurde ein Trink- und Nutzungsverbot fürs Kochen verhängt.

Erst im Sommer 2025 wurden Trinkwasserleitungen ausgetauscht, aber nicht die Steigleitungen. Nach der Maßnahme gab es weitere Wasseruntersuchungen. Das Ergebnis war, dass die Grenzwerte weiter überschritten sind und das Wasser weiter nicht als Trinkwasser genutzt werden konnte.

Es wurden weitere Maßnahmen in Aussicht gestellt aber bis 5.6.  haben die betroffenen Mieter:innen keine Information darüber erhalten, wann Maßnahmen durchgeführt werden. Die Mieter müssen weiter Trinkwasser einkaufen und bis in den 4. Stock schleppen. Wir haben als Mieterinitiative einen Brief an die SWSG geschrieben in dem wir von der SWSG verlangen, dass sie umgehend alle Trinkwasserleitungen austauscht, die Mietminderung auf 40% erhöht und allen betroffenen Haushalten Wasser liefert. Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass seit Januar 2026 alle Rohre, die Blei enthalten ausgetauscht sein müssen. Zusammen mit den Mieterinnen sind wir an die Presse gegangen.

Brief der Mieterinitiative an die SWSG

Beitrag im SWR am 3.6.2026

Artikel am 16.6.2026 in der online-Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten

 

  • Pressemeldung der linken Fraktionsgemeinschaft im Gemeinderat

Bleihaltiges Trinkwasser in zwei Wohnblöcken in Zuffenhausen: Die SWSG muss umgehend handeln

Giftiges Blei im Trinkwasser – davon sind Mieter*innen von 86 Wohnungen in Zuffenhausen betroffen. Die Vermieterin, die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) ist seit Mai 2024 darüber informiert, dass die Bleibelastung oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegt. „Dass die SWSG hier seit über zwei Jahren nicht in der Lage ist, ihre Mieter*innen mit Trinkwasser zu versorgen, ist ein Skandal. Noch schlimmer ist es, dass die SWSG hier auch noch gesetzeswidrig handelt. Nach der Trinkwasserverordnung müssen bis zum 12. Januar 2026 alle Trinkwasserleitungen oder Versatzstücke aus Blei entfernt oder stillgelegt werden. Hier hat die SWSG versagt“, kritisiert Fraktionssprecherin Johanna Tiarks (Die Linke)

„Die SWSG mutet ihren Mieter*innen in Zuffenhausen seit über zwei Jahren eine Situation zu, die einfach nicht akzeptabel ist. Viele ältere Menschen müssen schwere Wasserflaschen über einen langen Zeitraum in ihre Wohnungen tragen. Hier wird die SWSG ihrer sozialen Verantwortung überhaupt nicht gerecht“, sagt Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch (SÖS). „Und eine Mietminderung von gerade einmal zehn Prozent ist in dem Fall des bleihaltigen Trinkwassers einfach lächerlich wenig. Hier liegt ein gravierender Mietmangel vor – hier erwarten wir von der SWSG, dass sie großzügiger ist“, so Rockenbauch weiter. „Die SWSG ist aus unserer Sicht auch in der Pflicht, die betroffenen Mieter*innen angemessen zu entschädigen“, sagt Rockenbauch.

„Wir fordern die SWSG auf, umgehend, ohne weitere Verzögerung dafür zu sorgen, dass das Trinkwasser in den mehr als 80 Wohneinheiten den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Dieser skandalöse Zustand muss umgehend beseitigt werden. Zudem erwarten wir, dass die SWSG allen Mieter*innen anbietet, dass sie kostenfrei mit Trinkwasser versorgt werden und dieses auch in ihre Wohnungen transportiert wird“, so Johanna Tiarks weiter. „Außerdem erwarten wir einen Bericht der SWSG im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats, wie es sein kann, dass die SWSG es innerhalb von zwei Jahren nicht schafft, den Bleigehalt im Trinkwasser in den betroffenen Wohnungen auf ein Maß zu reduzieren, damit es den gesetzlichen Bestimmungen entspricht“, so Tiarks abschließend.

 

Antrag der linken Fraktionsgemeinschaft im Gemeinderat Stuttgart

Giftiges Blei im Trinkwasser von 86 Wohnungen in Zuffenhausen: SWSG und Gesundheitsamt berichten im zuständigen Ausschuss